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Wie läuft Blut spenden in Corona-Zeiten in Melle?

NOZ 6.05.20: Wie läuft das, Blut spenden in Zeiten der Corona-Pandemie? Kommen mehr Leute, weil es nicht so viele Termine gibt oder weniger, weil die Menschen skeptisch sind? Was ist mit dem

Einen Melle-Gutschein statt Lunch-Paket erhielten die Blutspender in Gesmold. Im Bild die Ortsvereinsvorsitzende Regine Herchen und Spender Marco Heggemann. Foto: Wiegand

gewohnten Ablauf, was mit dem Buffet? Wir haben uns beim viereinhalbstündigen Termin am Dienstag in der Gesmolder Turnhalle umgesehen. 

Die Anzahl der Blutspender scheint in Corona-Zeiten sogar leicht anzusteigen. Wegen der Vorbeugemaßnahmen zur Senkung des Infektionsrisikos werden die Wartezeiten allerdings etwas länger. Bis zu 20 Spender warteten zeitweise vor dem Eingang. 

Die Einlasskontrolle des DRK-Blutspendeteams aus Springe achtete darauf, dass sich immer nur fünf Spender gleichzeitig in der Turnhalle aufhielten. So wurden die Wartezeiten bei sonnigem Wetter nach draußen verlagert, wo annähernd alle Spender Mund-Nase-Schutz trugen und in der Warteschlange auf Abstand achteten. Bei jedem Eintretenden wurde Fieber gemessen. 

Ansonsten vollzog sich die übliche Prozedur mit der Registrierung beim Einlass, dem Ausfüllen des Fragebogens, dem Bluttest zur Ermittlung des Eisenwertes und Messen des Blutdruckes unter ärztlicher Kontrolle. Neu waren in Coronazeiten nur die größeren Abstände zwischen den Tischen beim Ausfüllen des Fragebogens und zwischen den Liegen bei der Abnahme der Blutspenden. Außerdem bekam jeder Spender einen eigenen Kugelschreiber.  

"Der Bedarf ändert sich ja nicht"

Während der laufenden Blutspenden nahmen Natascha Nowada und ihre Kolleginnen vom Deutschen Roten Kreuz aus Springe Bluttests auf Hepatitis, HIV und andere Krankheiten ab. „Der Bedarf an Blut- und Blutplasma ändert sich ja nicht durch die Corona-Krise“, begründete Sonja Juvenal auf der Liege, warum sie auch in diesen schwierigen Zeiten nicht davon ablässt, sich wie stets den Lebenssaft abzapfen zu lassen. 

Kein Essen für die Spender

„Das Zubereiten und Ausgeben von Essen für die Blutspender ist aus hygienischen Gründen zur Abwehr der Ausbreitung des Corona-Virus derzeit leider nicht mehr möglich“, erklärte Regine Herchen, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins. Eine Flasche Wasser wurde zum Mitnehmen bereit gestellt. Die Gesmolder Ausrichter hatten sich auch gegen das im Prinzip zulässige Packen von Lunch-Paketen entschieden. „Die benötigte Menge kann vorher schlecht abgeschätzt werden“, erläuterte Regine Herchen. 

Unterstützung für Meller Geschäftsleute

Als Alternative übergab das DRK Gesmold allen Spendern einen Fünf-Euro-Einkaufsgutschein. „Damit wollen wir auch die Meller Geschäftsleute in schwierigen Zeiten unterstützen“, lautete die Begründung der Ortsverbandsvorsitzenden. Diese Idee fand zum Beispiel bei Blutspender Marco Heggemann volle Zustimmung. 

Einen Melle-Gutschein statt Lunch-Paket erhielten die Blutspender in Gesmold. Im Bild die Ortsvereinsvorsitzende Regine Herchen und Spender Marco Heggemann. 

Mehr oder weniger Spender?

Und was die Frage nach mehr oder weniger Spendern betrifft: Die Zahl der Blutspender übertraf mit 137 den langjährigen Durchschnitt von 120. Auch bei den Erstspendern wurden diesmal zwölf statt wie sonst im Mittel sieben verzeichnet. 

Ein Artikel von Norbert Wiegand

11. Mai 2020 10:58 Uhr. Alter: 22 Tage