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Kirmesorgel überrascht Meller Senioren im Pflegeheim: „ALLE SIND TOTAL BEGEISTERT“

NOZ 13.04.20: Es war eine besonders gelungene Überraschung am Samstag vor Ostern: Eine geschichtsträchtige Kirmesorgel erfreute die Bewohner des Meller Hardachstiftes. Und nicht nur die.

Freuten sich, den Bewohnern eine Freude zu bereiten: Initiator Fritz Hardach, Heimleiter Torsten Schnitger und Schausteller Dietbert Strahlmann.

Von ihren Balkonen aus schauten die Bewohner des Hardachstiftes auf die Kirmesorgel. Fotos: Christina Wiesmann

Denn auch in den Häusern ringsum steckten Interessierte die Köpfe aus der Tür oder traten auf ihre Terrassen und Balkone, um den tollen Klängen, die vom historischen Lkw-Auflieger des Oldenburgers Dietbert Strahlmann erklangen, zu lauschen. Denn der ist stolzer Besitzer einer „52 Key Fairground Organ“ (Kirmesorgel), die traditionell vor vielen Jahren beim Orgelbauer Verbeeck in Belgien gebaut wurde.

„Unter den Schaustellern gibt es heute einige, die noch eine historische Orgel haben“, erklärt Fritz Hardach, ein guter Freund Strahlmanns. Er ist dem Meller Hardach-Stift besonders verbunden – auch, weil sein Vater der Mitbegründer des Pflegeheims ist.

Eine Freude zu Ostern wollte er den Bewohnern von Hardachstift und angrenzender Tagespflege ermöglichen. Denn: Wegen dem Corona-Virus darf aktuell niemand zu Besuch kommen und auch an den Feiertagen ist keine Ausnahme möglich.

„Weil wir den Bewohnern eine Freude machen wollen, sind wir heute hier“, betonte Fritz Hardach. Er hatte vor wenigen Tagen Heimleiter Torsten Schnitger informiert und auch das Ordnungsamt hatte für die Osterüberraschung grünes Licht gegeben. Dass sein Freund Dietbert Strahlmann die Aktion unterstützte, freute Fritz Hardach sichtlich: „Er hat sofort zugesagt, ganz toll.“

Und die klangvolle Osterüberraschung, die aus Oldenburg anrollte, kam an. „Wir finden es wirklich schön, dass Sie das machen“, strahlte ein begeisterter Torsten Schnitger in Richtung des emsigen Fritz Hardach.

Im Inneren der Kirmesorgel legte derweil Dietbert Strahlmann die einzelnen Notenkarten ein. Diese schalten die Pneumatik der Orgel und lassen schließlich die Lieder erklingen. Darunter Klassiker, tanzbar und fröhlich, sodass die Bewohner an den Balkonen dazu schunkeln oder klatschen konnten. Und wahrscheinlich weckte der eine oder andere muntere Klassiker Erinnerungen an vergangene Zeiten und Augenblicke.

„Es kommt einfach an, alle sind total begeistert“, freute sich Ricarda Samland, die als Ergotherapeutin im Hardachstift tätig ist für die Bewohner, die die Musik und die einmalige Stimmung auf den Balkonen ihrer Zimmer genossen. Sie berichtete zudem, dass für alle, die nicht auf die Balkone kommen können, die Fenster geöffnet wurden, damit die Musik in die Zimmer kommt. Laut genug war sie auf jeden Fall. Fröhlich und beschwingt dazu. „So, als ob auf der Straße eine große Blaskapelle spielt“, resümierte Ricarda Samland sichtlich zufrieden über die gelungene Osterüberraschung.

Ein Artikel von Christina Wiesmann.

15. April 2020 09:05 Uhr. Alter: 120 Tage