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Jahresversammlung des DRK-Landesverbandes Niedersachsen mit Teilnehmern aus Melle und der Region Osnabrück

Melle. An der 72. Jahresversammlung des DRK-Landesverbandes Niedersachsen im Congress-Centrum in Hannover nahmen Vorstandsmitglieder aus allen Kreisverbänden in der Region Osnabrück teil. Der

Auf dem Foto von links: Kathrin Honermann (Stv. Geschäftsführerin KV Melle), Wilfried Wiesner (Stv. Präsident KV OS-Land), Helmut Zimmermann (Beisitzer Präsidium KV OS-Land), Ulrich Sälter (Geschäftsführer KV Wittlage), Agnija Matheis (Geschäftsführerin KV OS-Land), Hans Hartmann (DRK-Landespräsident Niedersachsen), Dr. Ralf Selbach (DRK-Landesgeschäftsführer Niedersachsen). Foto: E. Grönemeyer

DRK Kreisverband Melle wurde durch den Schatzmeister Gerhard Knigge und die Stv. Geschäftsführerin Kathrin Honermann vertreten. Ministerpräsident Stefan Weil hob in seiner Festansprache den hohen Stellenwert des DRK im Lande hervor; die Organisation decke in ihrer Vielfalt etwa 170 Tätigkeitsfelder ab, von Betreuungsaufgaben, dem Sanitätsdienst, Rettungshundestaffeln, dem Rettungsdienst und noch immer notwendig der Suchdienst nach vermissten Personen. Das DRK verkörpere wie kaum eine andere Hilfsorganisation fundamentale Werte wie Hilfsbereitschaft und Mitmenschlichkeit im Rahmen der legendären DRK-Grundsätze.

Als Gastreferentin sprach zu den Delegierten die Juristin Dr. Heike Spieker vom DRK-Generalsekretariat über die Genfer Abkommen und das humanitäre Völkerrecht; diese Normen seien eng mit der Leitidee des Roten Kreuzes verbunden und 196 Vertragsstaaten hätten die Genfer Abkommen und Zusatzprotokolle unterzeichnet. Vieles habe sich weltweit verbessert; dennoch gäbe es Kriegsverbrechen, weil verbotene Waffen eingesetzt würden oder die Zivilbevölkerung bewusst als Geisel genommen werde. Das Internationale Rote Kreuz habe das Recht Kriegsgefangene oder Internierte zu jeder Zeit und an jedem Ort aufzusuchen. Leider scheiterten viele Ansprüche in der Lebenswirklichkeit.

DRK-Landespräsident Hans Hartmann stellte das Motto der Tagung in den Mittelpunkt seiner Rede: „Mit Menschen – für Menschen“. Auch wenn in der Bundesrepublik die Bürger seit 70 Jahren im Frieden leben können, so dürfe das Leid auf der Welt nicht vergessen werden und er rief dazu auf, dass die DRK-Kreisverbände verstärkt die breite Öffentlichkeit über die Genfer Konvention informieren sollten, auch an den Schulen sollte dieses Thema behandelt werden. Dazu sollten die DRK-Kreisverbände „Konventionsbeauftragte“ bestellen, die gezielt die Gesellschaft sensibilisieren und aufklären könnten. Das Ehrenamt auch im DRK sei unverzichtbar, betonte der DRK-Landespräsident und es verdiene noch mehr gesellschaftliche Anerkennung. Das DRK als mitwirkende Hilfsorganisation im Katastrophenschutz müsse sich zukünftig auf neue Bedrohungslagen vorbereiten, von Umweltkatastrophen über Hacker-Angriffe auf Netzwerke oder Terroranschläge. Außerdem unterstütze der DRK Landesverband Niedersachsen die Initiative: „Rettet den Rettungsdienst“ und das Land sei hier gefordert, die erforderlichen Mittel einzusetzen.

Ministerpräsident Weil hob in seiner Grundsatzrede hervor, dass für ihn die Staatszielbestimmung eines aktivierenden Staates Vorrang habe, nicht der „Wohlfahrtsstaat“ oder im Gegensatz dazu der „Nachtwächterstaat“. Die bürgerliche Gesellschaft müsse sich über das Ehrenamt auf allen Ebenen einbringen. Entschieden sprach sich der Ministerpräsident dafür aus, dass die Rettungskräfte vor Ort bei Einsätzen nicht beschimpft werden dürften. Solche Taten seien kein Kavaliersdelikt und müssten geahndet werden. In Niedersachsen funktioniere der Rettungsdienst gut und das Land sehe die Gesetzgebung des Bundes kritisch, was die Zusammenlegung der ärztlichen Notdienste anbelange. Stefan Weil dankte allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen DRK-Helfern, die in Niedersachsen auf unterschiedlichen Ebenen kompetente Hilfe leiste, die die menschliche Gesellschaft ausmache.

Die Abordnungen aus den DRK-Kreisverbänden in Stadt- und Landkreis Osnabrück hatten in der Mittagspause Zeit für einen Erfahrungsaustausch und unterschiedliche Projekte wurden besprochen. Wichtig, es gibt über die Verbandsgrenzen eine gute Zusammenarbeit, etwa übernimmt der DRK-Kreisverband Melle für den Nachbarverband Wittlage den Suchdienst.

Eckhard Grönemeyer

12. November 2019 10:53 Uhr. Alter: 29 Tage