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1. Mai: 1500 junge Meller feierten am Weberhaus

Meller Kreisblatt 3.05.15: Rund 1500 Jugendliche feierten am 1. Mai fröhlich und ausgelassen auf der Schäferwiese am Weberhaus. Die erneut gelungene Outdoor-Veranstaltung wurde dank der guten

Beliebter Treffpunkt: Die Maiparty auf der Schäferwiese am Weberhaus in Bakum zog rund 1500 junge Menschen an. Foto: Franken

Zusammenarbeit aller Organisationen durch weniger alkoholbedingte Vorfälle als im Vorjahr beeinträchtigt.

Ab 11 Uhr waren die ersten Trupps mit Bollerwagen und guter Laune an der Wiese eingetroffen, und gegen 13 Uhr feierten dort rund 1500 junge Leute. Der beliebte Anmarschweg von der Hermann-Unbefunde-Straße über den Meller Berg zum Ziel verwandelte sich mittags zu einer bunt bevölkerten Aufmarschstrecke mit Haltepunkten. Hier zeigten sich auch erste technische Ausfälle. So mussten Joschua, Lukas und Sven ihren Bollerwagen am Wegesrand stehen lassen, nachdem die hintere Achse der Ladung nicht standgalten hatte. Fünf vorbeikommende Mädchen halfen aber bereitwillig mit, die Bierkisten und Chipstüten die letzten 500 Meter zur Wiese zu tragen. „Echt cool die Mädels“, fand Lukas und erntete dafür einen Kuss von Laura auf die Wange.

Auf der Wiese floss der Alkohol schon früh in Strömen. „Anbahnende tätliche Auseinandersetzungen konnten aber durch das frühzeitige und besonnene Eingreifen der Polizei und des Sicherheitsdienstes verhindert werden“, berichtete Christiane Kanellopoulus-Bollrat als Leiterin des Polizeikommissariats am Samstag. Ihre Bilanz: Die Beamten sprachen 14 Platzverweise aus und steckten drei Jugendliche in die Arrestzelle, nachdem die das Gelände partout nicht verlassen wollten. Dort holten sie ihre Eltern ab. Vier Jugendliche glaubten, sich mit Polizeibeamten anlegen zu müssen. Sie erwartet nun ein Verfahren wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Im Lauf des Tages wurden noch fünf Körperverletzungen, drei Beleidigungen und zwei Fälle wegen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt.

Die Polizeichefin musste auch besondere Alkoholexzesse aufführen: 17 minderjährige Personen hatten demnach 1,8 Promille und mehr im Blut. „Der jüngste Patient war 14 Jahre alt.“

Das DRK, unterstützt von der Ortsfeuerwehr Bakum, war mit 114 Helfern im Einsatz und hatte an der Zentrale in der Bismarckstraße eine Betreuungsstation aufgebaut. Die Helfer behandelten 68 alkoholisierte junge Leute vor Ort, 20 von ihnen wurden zu Behandlung in die Bismarckstraße gebracht. „Dort holten sie dann Angehörige ab“, erklärte DRK-Verbandsführer Philip Hergt. Zwölf Jugendliche aber hatten es so übertrieben, dass sie stationär im Klinikum aufgenommen werden mussten.

Alkoholtest umlagert 

Schon am Nachmittag dicht umlagert war der Präventionsstand der Diakonie. Dort konnten die Feiernden an einem elektronischen Alkoholtestgerät ihren Promillegehalt ermitteln lassen. Für sie gab es dann grüne, gelbe oder rote Armbändchen, je nachdem, was der Test ergeben hatte. Die Träger roter Bändchen wurden an den Caritas-Stand nebenan verwiesen, wo es erst mal Wasser zum Trinken gab. „Insgesamt ist uns aufgefallen, dass die Jugendlichen im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich weniger alkoholisiert waren, was sich auch in den anderen Teilen der Veranstaltung widerspiegelte“, bilanzierten die Präventionsfachleute von Caritas und Diakonie.

Sie waren übrigens auch im DRK-Zentrum präsent, um mit insgesamt 13 Jugendlichen und deren Eltern Gesprächstermine in dieser Woche zu vereinbaren. Darin wird über die Gefahren des exzessiven Alkoholkonsums aufgeklärt, und es sollen gemeinsam Vorsichtsmaßnahmen für die nächste Party erarbeitet werden.

„Der zentrale Veranstaltungsort für die Maiparty zahlte sich erneut aus“, sagte am Sonntag Jürgen Krämer für die Stadtverwaltung. Er lobte die Zusammenarbeit aller Beteiligten und dankte der Landjugend Oldendorf als Ausrichter.

Text und Fotos von Cristoph Franken

5. Mai 2015 09:45 Uhr. Alter: 4 Jahre