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DRK ist gut vorbereitet - Neue Regeln für Erste-Hilfe-Kurse in Melle

Meller Kreisblatt 9.4.15: Seit dem 1. April gelten neue Regeln für die Erste-Hilfe-Ausbildung. „Unsere Lehrgänge sind jetzt inhaltlich gestrafft und mehr an der Praxis orientiert“, erklärt Andrea

„Fit im Umgang mit dem Defibrillator werden die Teilnehmer der neuen einheitlichen Basiskurse“, versichert Andrea Maiwald. Foto: Norbert Wiegand

Maiwald, die zuständige Koordinatorin beim DRK-Kreisverband Melle. Die neu konzipierten Lehrgänge mit einheitlich neun Stunden bieten mehr praktisches Training und weniger Theorie. Dies gilt auch für den bisherigen Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnamen“ (LSM) für angehende Kraftfahrer, für den bislang acht Stunden angesetzt wurden. Eine Unterrichtseinheit entspricht 45 Minuten. „Wir befürworten diese Änderungen, der Meller DRK-Kreisverband ist gut darauf vorbereitet“, erklärt Andrea Maiwald.

Ausbildung verkürzt

Für Ersthelfer in den Betrieben wird die Ausbildung von bisher 16 auf neun Unterrichtseinheiten verkürzt. Betriebe müssen ihre Mitarbeiter nur noch einen Tag statt bisher zwei für die Teilnahme an Erste-Hilfe-Kursen freistellen. „Dafür werden Inhalte auf das Wesentliche reduziert, aber selbstverständlich werden wichtige lebensrettende Maßnahmen weiterhin im Unterricht vermittelt“, betont die Erste-Hilfe-Koordinatorin. „Der theoretische Anteil wird zu Gunsten der praktischen Ausbildung gekürzt, aber dadurch werden die betrieblichen Ersthelfer noch handlungskompetenter“. Als Beispiele nennt sie intensive Übungen zur Wiederbelebung und zum Umgang mit dem Defibrillator.

Das neue Lehrgangs-Konzept berücksichtige, dass in Deutschland in der Regel nach 15 Minuten professionelle Hilfe eintrifft.

„Mit der Straffung und Praxisnähe soll die Hemmschwelle für den Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses gesenkt werden“, erläutert Andrea Maiwald weitere Gründe für die Neuerungen. So könne hoffentlich erreicht werden, dass Erste Hilfe von jedem Einzelnen öfter trainiert werde.

Sie erinnert daran, dass jeder Arbeitgeber verpflichtet ist, betriebliche Ersthelfer auszubilden. Maiwald: „In jedem Unternehmen mit zwei bis 20 anwesenden Versicherten muss stets ein Ersthelfer vor Ort sein. Bei mehr als 20 Versicherten müssen in Verwaltungs- und Handelsbetrieben fünf Prozent und in sonstigen Betrieben zehn Prozent Ersthelfer zur Verfügung stehen.“

„Auch der alle zwei Jahre zu absolvierende Auffrischungskurs, der jetzt Erste-Hilfe-Fortbildung genannt wird, ist nach der inhaltlichen Entschlackung ebenfalls an einem Arbeitstag durchführbar“, ergänzt die Sprecherin des DRK. In dieser Fortbildung lägen die Schwerpunkte auf praktischem Training, Vertiefung der Erste-Hilfe-Fähigkeiten und auf der Erweiterung der Kompetenzen, beispielsweise für betriebsspezifische Belange.

„In unseren neunstündigen Basiskursen könnten jetzt auch Führerscheinbewerber gemeinsam mit betrieblichen Ersthelfern, Übungsleitern und angehenden Lkw-Fahrern ausgebildet werden“, weist Andrea Maiwald auf die wesentlich einheitlicheren Lehrgangs-Angebote hin. Neben der Fortbildung gibt es nur noch für Erste Hilfe am Kind einen gesonderten neunstündigen Kurs. Die speziellen Lehrgänge für Feuerwehren, Technisches Hilfswerk und Jugendleiter bleiben allerdings bestehen und umfassen weiterhin 16 Unterrichtseinheiten.

Ansprechpartnerin für die Erste-Hilfe-Ausbildung ist Andrea Maiwald, Telefon 05422/96246-16.

Ein Artikel des Meller Kreisblattes. Autor: Norbert Wiegand

14. April 2015 08:51 Uhr. Alter: 4 Jahre